Alles andere zu Büchern

Meine Buchsünden

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Hallöchen zusammen,

ich denke jeder hat ein paar kleine und große Sünden, ein paar Macken und schräge Angewohnheiten. Die sind aber keinesfalls schlimm, denn sie machen uns zu dem was wir sind: seltsame Gestalten, die ihre Nase am liebsten den ganzen Tag in einem Buch verstecken möchten, die man in Buchläden nicht von der Leine lassen darf und die einen Bibliothek zehnmal durchqueren können und es wird trotzdem nicht langweilig.

Ich muss alles haben!

Manchmal überfällt es mich. Im Buchladen, Büchereien, bei Freunden. Ich leihe mir Unmengen aus oder kaufe Bücher, obwohl ich manchmal weiß, dass ich sie gar nicht lesen werde. Sie haben mich vor fünf Jahren interessiert, wenn ich jetzt jedoch mal richtig überlegen würde, dann bräuchte ich das Buch eigentlich nicht. Aber weil es mich vor Jahren interessiert hat, kaufe ich es trotzdem. Ich leihe Bücher, obwohl ich weiß, dass ich es in vier Wochen Leihfrist nicht schaffen werde. Und bei Mängelexemplaren kann ich mich sowieso nicht stoppen. Oft verkaufe ich sie dann einfach wieder oder gebe sie unberührt zurück. Aber hier bessere ich mich und kann oftmals widerstehen.

“Entschuldigung, aber welches Buch lesen Sie gerade…?”

Mit mir im Zug zu sein kann manchmal sehr unangenehm sein. Neben mir liest jemand etwas und ich schiele wie blöd rüber, sobald das Buch anders gehalten wird, in der Hoffnung das Cover oder den Buchrücken zu sehen, nur, weil ich wissen will, was denn gerade gelesen wird. Und diese Frage fuchst mich wirklich lange. Wenn alles Verrenken und Starren nichts nützt, dann wird eben mal gefragt. Besonders gut fühlt es sich an, wenn man einen der eigenen Schätze sieht, Harry Potter zum Beispiel. Dann wird auch mal gerne rübergelinst, um herauszufinden, wo sich die Person gerade befindet…und dann liest man plötzlich mit.

Über Bücher sprechen

Über Bücher zu sprechen ist mit mir äußerst gefährlich. Denn dieses Thema wird man nicht mehr los. Erfahre ich einmal, dass jemand anderes liest, dann wird das praktisch ein Verhör und ich komme IMMER WIEDER drauf zurück. Glaubt mir, ich habe mich spezialisiert auf Überleitungen zum Thema Bücher. Zum Glück gibt es genug Menschen, die ich mittlerweile damit nerven kann, die kein Problem haben mit mir tagelang nur darüber zu schreiben oder sich 20 Minuten lange Memos anzuhören, warum ich ein Buch gut oder schlecht fand.

Mein Regal

Meine Regale sind mir heilig. Regelmäßige stehe ich die Tortur durch, es umzuräumen, zu säubern und neu zu ordnen. Aber was ich am liebsten mag ist, mich täglich in mein Bücherzimmer zu verkrümeln, mich auf mein Sofa zu setzen und meine Regale anzusehen. Einfach ansehen. Überlegen, was ich gerade gerne noch lesen würde. Vielleicht wieder etwas aussortieren. Es gibt für mich nichts Schöneres als einfach nur diese Regal anzustarren. Minutenlang. Mehrmals am Tag. Und dann werden gerne noch alle Kerzengläser geöffnet, um einmal dran zu riechen. Funkos gestreichelt. Einige Klappentexte gelesen…

Parallel lesen

Meine zweitgrößte Sünde, definitiv. Darüber wird auch noch ein eigener Post kommen, aber ich bin der launenhafteste Leser überhaupt. An einem Tag kann meine Laune so stark umschwenken, dass ich drei verschiedene Bücher anfange. Momentan lese ich “nur” drei Bücher. Ich hatte auch schon mal zehn auf meinem Nachttisch liegen. Aber ich wechsel meine CRs wirklich wie meine Wäsche. Eigentlich sogar häufiger.

Buddyreads

Jeder, der mit mir schon mal ein Buch gelesen hat, hat mich bestimmt schon verflucht. Plötzlich lese ich zwei Wochen das Buch nicht weiter, weil ich keine Lust habe. Ich will ein Buch nicht beenden, weil ich sauer bin. Meine Leseabschnitte sind so klein, dass es nur gerade so als Abschnitt durchgeht. Ich schaffe es einen Buddyread so in die Länge zu ziehen, dass man sich fragt, ob dieses Buch je beendet wird. Und das egal wie gut es ist. Das beste Beispiel: Nevernight. 700 Seiten, 4 Monate, ein 5 Sterne Buch. Fragt mich nicht, warum ich so lange gebraucht habe, aber ich hatte den geduldigsten Buddy überhaupt. Und sie darf Band 2 und 3 auch noch mit mir durchstehen.

Andere mögen meine Buchempfehlung nicht

Ich bin niemandem böse, ehrlich. Ja, jeder hat seinen eigenen Geschmack. Jeder erwartet etwas anderes. Manchmal ist es der falsche Zeitpunkt. Aber meine Empfehlungen sind gut, WIRKLICH! Ein großer Zwiespalt, denn wer kann schon so wirklich verstehen, was am eigenen Lieblingsbuch nicht gut ist? Man verteidigt seine Empfehlungen bis aufs Blut und will anderen eigentlich nur einreden, dass das Buch gut ist. Und das bestenfalls ohne jemandem dabei auf die Füße zu treten. Gleichzeitig hat jeder seine eigene Meinung und das ist vollkommen okay. Aber bitte nicht bei einem meiner liebsten Bücher.

Mein Buch im Zug

Ich lese immer im Zug. Und das sieht man meinem Buch, welches in einem kleinen Beutel in meinem Rucksack schlummert, auch gerne mal an. Aber irgendwas muss ich ja mitnehmen und ein Hardcover ist mir zu schwer. Also muss ich einige Macken in Kauf nehmen. Denn bei dem Buch im Rucksack ist mein Laptop, meine Flasche, meine Brotdosen und ein Collegeblock, da wird es schon mal eng.

Rezensionsexemplare

Ich gebe es zu. Ich kann sehr oft nicht widerstehen. Vor allem am Anfang nicht. Mittlerweile stapeln sie sich hier, ich komme sowieso nie hinterher und trotzdem ist die Versuchung einfach viel zu groß. Manchmal schäme ich mich wirklich. Aber meine größte Sünde, an der ich täglich arbeite, sind die Anfragen. Oft sind es Bücher, bei denen ich nicht einschätzen kann, ob sie mir gefallen werden. Und das Geld mir all die Bücher zu kaufen (bspw. für 128 Seiten 22 Euro) habe ich nicht. Aber ich habe mich wirklich schon gebessert. Auch wenn ich mich wundere, dass ich noch bei niemandem auf einer Blacklist bin, weil ich ewig und drei Tage brauche. Denn Rezensionsexemplare und Parallellesen verträgt sich oft nicht gut.

Was sind denn so eure “Sünden”? Ich finde, das meiste ist vollkommen okay. Eigentlich ist nichts davon wirklich eine Sünde, ich nenne es nur liebevoll so. Egal, welche Angewohnheiten ihr habt, es ist okay. 🙂

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